Spatenstich und Grundsteinlegung für das Forum Deutsche Sprache

Am 18. März 2026 wurde bei strahlendem Sonnenschein der symbolische Spatenstich und die feierliche Grundsteinlegung des Forums Deutsche Sprache gefeiert. Nun kann der Bau beginnen!

Die Zeremonie wurde begleitet von Vertreterinnen und Vertretern der Klaus Tschira Stiftung, der Bauherrin des Bauprojektes, sowie der Mannheimer Stadtspitze und dem Vorstand des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache (IDS), das für den Betrieb und die inhaltliche Konzeption des Forums Deutsche Sprache verantwortlich ist. 

„Hier, wo Habermas und Habekost auf den echten Neckarstädter treffen“

In seiner Rede betonte Oberbürgermeister Christian Specht vor allem die Bedeutung des Forums Deutsche Sprache für die Stadt Mannheim, die inoffizielle „Hauptstadt der deutschen Sprache“, aber auch speziell für die Neckarstadt – das Forum solle ein Ort sein, an dem „Habermas und Habekost auf den echten Neckarstädter treffen“.  

Dass hier auf den Schulhöfen und in den Restaurants oder an den Arbeitsplätzen über 167 Sprachen gesprochen werden, […] das zeigt einmal mehr, dass das nicht nur der richtige Platz ist, sondern dass das Thema Sprachforschung nach wie vor eine große Relevanz hat.

– Christian Specht

Udo Tschira, Mitglied des Beirats der Klaus Tschira Stiftung, und Lilian Knobel, Geschäftsführerin der Klaus Tschira Stiftung gingen vor allem auf die Bedeutung von (Sprach)Forschung in Zeiten zunehmender Polarisierung und Wissenschaftsfeindlichkeit ein.

Meinungen werden zu Wahrheiten umgedeutet. Abwertung und Ausgrenzung finden zuerst sprachlich vermittelt statt, bevor sie in Gewalt gegen Menschen münden. Sprache ist nie neutral, denn ihre Wirkung hängt auch von den Absichten und Motiven ihrer Benutzer*innen ab. Umso wichtiger ist es, Sprache […] zu erforschen. Das legt die Grundlage für einen reflektierten, aufgeklärten Umgang mit ihr.

– Udo Tschira

Die Förderung von Wissenschaftskommunikation und Forschung ist ein zentrales Anliegen der Stiftung. Lilian Knobel lobte außerdem das Gebäude, geplant vom Architekturbüro HENN:

Ich hatte vor einiger Zeit die Gelegenheit, eine 3D-Simulation der Architekten HENN begehen zu dürfen, virtuell, und es hat mich umgehauen, wie toll dieses Gebäude werden wird. Sie alle, die dieses Gebäude besuchen werden, werden genau diese positiven Vibes, die in diesem Gebäude entstehen werden, fühlen.

–Lilian Knobel

Prof. Dr. Henning Lobin, Wissenschaftlicher Direktor des IDS, fasste in seiner Rede* die Genese des Projekts zusammen und reflektierte über die Rolle der deutschen Sprache und somit des Forums Deutsche Sprache in der heutigen vielfältigen Gesellschaft: 

Und die deutsche Sprache ist das Band, das uns über alle Unterschiede der Herkunft, der Kultur, der Geschichte und Religion hinweg verbindet – und zwar auch, wenn andere Sprachen für uns wichtig sind, und das Deutsche, das uns verbindet, in vielen Facetten in Erscheinung tritt: auf der Straße, im Theater, im Ratssaal, auf der Baustelle, beim Rappen oder im Stadion. Es ist die Sprache, die wir nutzen, für die wir uns immer wieder entscheiden, die uns vertraut und anvertraut ist, aus der wir aber nicht in einem nationalistischen Sinne unsere Identität schöpfen. 

–Prof. Dr. Henning Lobin

*Die gesamte Rede können Sie hier nachlesen.

Zeitkapsel hält Anliegen des Forums für die Nachwelt fest

Die während der Feierlichkeiten in die Bodenplatte eingelassene Zeitkapsel enthält Beiträge, die zentrale Anliegen des Forums Deutsche Sprache widerspiegeln. Ein Beispiel für den Vermittlungsanspruch des neuen Hauses sind Wünsche wie der folgende, kürzlich gesammelt bei der IDS-Jahrestagung:

„[…] dass alle Mannheimer*innen dieses großartige Angebot gut annehmen und Forum und Bevölkerung einander bereichern.“

„Das Forum soll lebendig, offen und inspirierend sein. Es soll den Menschen die Freude an Sprache näherbringen und die Vielfalt von Sprache und Sprachlichkeit zeigen.“

Des Weiteren verdeutlicht der aktuelle Jahresbericht des IDS mit Einblicken in Forschungsprojekte und Kooperationen das Ziel, im Forum Deutsche Sprache sprachwissenschaftliche Erkenntnisse verständlich zu vermitteln und zugleich gesellschaftliche Diskussionen zu sprachlichen Fragen in der Forschung aufzugreifen. Die tagesaktuelle Ausgabe des Mannheimer Morgens dokumentiert für die Nachwelt sowohl das Zeitgeschehen als auch den derzeitigen Sprachgebrauch.

Die Stadt Mannheim fügte der Zeitkapsel die Vorlage hinzu, mit der der Gemeinderat 2020 den Bau auf dem städtischen Grundstück am südlichen Alten Meßplatz beschlossen hatte. Außerdem steuerte sie Kopien aus dem Buch ,,Die Mannheimer Mundart“ des Sprachwissenschaftlers Dr. Kurt Bräutigam von 1934 bei, dessen Original im Marchivum verwahrt wird.

Die Klaus Tschira Stiftung legte die aktuelle Ausgabe des Wissensmagazins „KlarText“, das die preisgekrönten Artikel und die Infografik des gleichnamigen KlarText-Preises für Wissenschaftskommunikation der Stiftung beinhaltet, bei, um den aktuellen Stand der Forschung und die gegenwärtige Wissenschaftskommunikation zu dokumentieren.

Nach oben scrollen